Regatta Bericht 2006 – Räblus-Cup

Wingreis  (13. – 14. Mai)

Kräftig durchgerüttelt: Sturmböen statt Apéro

Ein ausgewachsener Joran mit Böen von 7 Bf (und mehr) fegte am späten Samstag nachmittag über den Bielersee und damit durchs Regattafeld. Während die Jollen reihenweise flach lagen, konnten die Tempest den einzigen Lauf dieses Wochenendes zu ende segeln. Dabei ist insbesondere die grossartige Leistung der zahlreichen gemischten Mannschaften hervorzuheben. Grossartig!


Zunächst jedoch beginnt der Samstagmorgen eines Regattawochenendes immer mit den gleichen Gefühlen: Hoffnung auf schönes Wetter und guten Wind, Freude auf gemütliches Zusammensein und die leichte Panik vor anspruchsvollen Manövern und ungemütlichen Verhältnissen.

Das Wochenende am Bielersee bot diesbezüglich so ziemlich alles: Bei schönem Wetter wurden die Boote von Nidau nach Wingreis geschleppt, wo erstmal genügend Zeit blieb für Verpflegung und Auskundschaften des lauschigen Wingreiser Hafens. Der erste Versuch, einen Lauf zu starten, scheiterte an den „löchrigen“ Windverhältnissen und die 11 Tempest fuhren unverrichterter Dinge wieder in den Hafen. Als sich nach langem Warten schon alle auf ein kühlendes Apéro eingestellt hatten, folgte unverhofft ein Schuss und – obwohl dieses Wochenende das Eidgenössische statt fand – der kam von der Regattaleitung. Am Himmel zogen Wolken auf und so schnell wie die Boote aus dem Hafen, kam auch der Wind auf. Am späten Nachmittag konnte der erste und einzige Lauf gestartet werden. Währenddem es – fast – alle Tempest gerade noch ins Ziel schafften, lagen die später gestarteten Fireballs reihenweise flach auf dem Wasser. Und mit dem Zieleinlauf war es bei weitem nicht getan: Bei Windspitzen von bis zu 7 Bf kämpften die Boote auf dem Rückweg mit hohen Wellen. Nun war es Zeit für die „leichte Panik“ und die anspruchsvollen Manöver. (Wobei sich herausstellte, dass im Ernstfall die Panik verfliegt und ungeahnte Kräfte einen das Gross dermassen niederschreissen lassen, dass der Schäkel sich auf halber Strecke von alleine löst.) Die Regattaleitung und die Rettungswache Bielersee leistete ganze Arbeit und schleppten alldiejenigen, welche zu viel Höhe und Kraft verloren haben zurück in den Hafen.
Der Sonntag gehörte dann – zumindest gefühlsmässig – zur angenehmeren Sorte: Das Lüftlein reichte gerade aus zum Tüchertrocknen, das Trauma des Vortages zu überwinden und – auch gesehen – gestählte Oberkörper zu bräunen. Die Winde waren, wie es der jederzeit um unser Wohl besorgte Regattaleiter Kurt Frei nannte, „variabu“ und blieben dies auch, was um 13 Uhr zu einem vorzeitigen Abbruch der Regatta führte.
Was bleibt ist ein herzliches Dankeschön an die liebenswürdigen Gastgeber des YCB und an die Regattaleitung, die keinen einfachen Job hatte an diesen zwei Tagen. Und – fast wäre es vergessen gegangen – ein „überraschender“ Sieg des Duos Suter/Hochuli auf SUI 1136 vor Baumann/Kulpe auf SUI 1138.

SUI 1159 – Katrin Nussbaumer

Ergebnisliste

01 SUI 1136 Suter Mario Hochuli Andreas SCH 1
02 SUI 1138 Baumann Beat Kulpe Boris YCSe 2
03 SUI 0111 Zurfluh Gregor Schürch Fredy RVB 3
04 SUI 1146 Saydjari Samir Elmiger Céline CVB 4
05 SUI 1160 Nussbaumer Bastian Nussbaumer Katrin CVE 5
06 SUI 1092 Suter Ernst Suter Therese SCH 6
07 SUI 1120 Dolder André Zihlmann Pia YCSe 7
08 SUI 1064 Gaiser Florian Gaiser-Hoffmann Denise SCE 8
09 SUI 1101 Senn Beat Müller Sabine YCSp 12
09 SUI 1091 Hächler Bütz Kretz Annelis SCH 12
09 SUI 1159 Van Sloten Robert Koch Wale YCB 12