Regatta Bericht 2010 – Int. Schweizermeisterschaft

Biel (16.-19. September)

Schwierige Windverhältnisse sorgten für Spannung

Die Hafenanlage in Biel ist sehr grosszügig angelegt, so kam es auch, dass wir Seglerinnen und Segler nicht nur auf dem Wasser Sport trieben sondern uns auch auf dem Land viel bewegt haben. Das war gar nicht schlecht, denn bis zu unseren Tempests waren die vom  ortag noch etwas steifen Extremitäten schon fit und warm. Die Wetterprognosen für unsere Schweizermeisterschaft waren vorerst wenig erfreulich. Bewölkung und später auch Regen war angesagt. Es kam ganz anders. Mit dem Einwassern und Vermessen begannen wir bereits am Mittwoch. Am Donnerstagmorgen waren dann alle 17 Schiffe im Wasser und die Vermesser unter der Leitung von Urs Wyler konnten ihre Arbeit rechtzeitig abschliessen. Beim  Skippermeeting am Donnerstag um 13.00 Uhr war klar: Wir laufen aus. Zwar war der Himmel bewölkt, aber ein Westwind mit einigen Anteilen Fallwinden von den Jurahängen frischte auf und so kam es zum ersten Lauf bei 2-3 Bf. Mit einem zweiten Lauf bei ähnlichen Bedingungen wurde klar, dass es schon viel Erfahrung brauchte, die Eigenheiten dieses Sees ‚lesen’ zu können. An der Spitze des Feldes war vieles schon klar und im Mittelfeld blieb alles sehr offen.


Am Freitag war dann Leichtwindsegeln angesagt. Mit abnehmendem Wind konnte ein dritter Lauf nicht zu Ende geführt werden. Das Mittelfeld wurde neu gemixt, die Möglichkeit, den einen oder anderen besseren Rang noch zu erzielen, erhöhte die Kompetitionslust.

Am Samstag gab es dann Sonnenschein statt Regen und eine Bise bis 2 Bf erlaubte wunderbares Segelwetter. Der See und seine Eigenheiten wurden jedoch nicht einfacher. So sah man dann Anwärter auf die ersten drei Ränge plötzlich hinter sich – aber nur vorübergehend!

Auch der Sonntag wurde wunderbar, sogar warm und mit genügend Wind, so dass die erforderlichen 8 Läufe einigermassen gerecht gesegelt werden konnten.

Cornelia und Ruedi Christen wurden souveräne Schweizermeister – zum ersten Mal eine Frau am Steuer eines Meisterschiffes – bravo! Mario Suter und Andreas Hochuli, das bewährte Duo, kämpfte zäh und kam mit dem zweiten Platz noch locker in die Ränge. Der dritte und letzte Medaillenplatz belegten Stephan Fels und Timo Naef. Die grosse Überraschung war dann Pierre Mäder mit Thomas Olbricht. Nach sechs Jahren war Pierre wieder das erste Mal auf dem Wasser und hat zusammen mit seinem Vorschoter ein beachtliches Resultat abgeliefert – nur zwei Punkte hinter dem dritten Rang. Die guten Segler und Seglerinnen, welche immer im vorderen Drittel segeln, bestätigten ihr Können. Das Mittelfeld blieb nahe beieinander und erzielte teilweise sogar am Schluss noch Punktegleichstand.
Neben dem Segeln gab’s einen Eröffnungsapéro, dann ein Nachtessen klassenintern in echt italienischem Ambiente und am Samstag das gemeinsame Nachtessen mit den Jollenkreuzer-Seglern. Das Strandbad-Restaurant stand uns offen, so dass viel Zeit für die Kontaktpflege blieb, neue Pläne geschmiedet wurden und der Regattaplan 2011 weiter konkretisiert werden konnte. Auch für die Nachtvögel gab’s in Biel und Nidau noch genügend Treffpunkte – man weiss nicht Genaueres.

Es bleibt ein grosser und herzlicher Dank an Daniel Ballif, Organisator des Jollenkreuzer Euro-Cup. Von seinen Vorbereitungen konnten wir sehr profitieren. Er hat stets auch für uns gedacht. Dank auch an Stefano Carrissimi, OK-Präsident und Vertreter des Yachtclub Bielersee und ebenso an Kurt Frei, Wettfahrtleiter, mit seiner motivierenden und souveränen Art, Probleme als Herausforderungen zu verstehen. Dank auch an Urs Wyler, Chefvermesser, mit seinem Humor! Kann man den überhaupt stressen? Dann gebührt auch Dank an den Präsidenten des Schiedsgerichtes, Felix Somm und dem Delegierten von Swiss-Sailing, Hannes Gubler. Dank zum Schluss auch an alle fleissigen Helferinnen und Helfer; ohne sie wäre eine solch gelungene Schweizermeisterschaft nicht möglich gewesen.

Bastian Nussbaumer
Präsident Swiss Tempest Association

Ergebnisliste

01 SUI 1122 Christen Cornelia Christen Ruedi TYC 10
02 SUI 1136 Suter Mario Hochuli Andreas SCH 17
03 SUI 1149 Fels Stephan Neaf Timo YCA 25
04 SUI 1137 Maeder Pierre Olbricht Thomas CVE 27
05 SUI 1138 Hunkeler Rolf Hunkeler Manuel YCT 36
06 SUI 1120 Dolder André Zihlmann Pia SCSe 41
07 SUI 0771 Kunz Reto Van Weezenbeek Bart YCSe 50
08 SUI 1157 Saydjari Samir Müri Christoph CVG 50
09 SUI 1119 Lauber Christoph Minder Beat-Jürg RVB 54
10 SUI 1160 Nussbaumer Bastian Rigert Thomas CVE 54
11 SUI 1101 Senn Beat Jaussi Ueli YCSp 81
12 SUI 1092 Suter Ernst Suter Therese SCH 81
13 SUI 1145 Gaiser Florian Piazzoli Nicola SCE 84
14 SUI 1091 Hächler Bütz Brunner Simon SCH 92
15 SUI 1159 Wagner Kathrin Galbraith Sofia TYC 97
16 SUI 1064 Christen Brigitte Christen Reto YCSe 103
17 SUI 1066 Dünner Beat Dünner Silke YCI 108

Detaillierte Rangliste SM 2010

Regatta Bericht 2010 – Coupe des Amis

Grandson (11. / 12. September)

Indian Summer, leichte Bise und eine waschechte Überraschung

In Abwesenheit vieler Crews, die sich entweder vom WM-Burnout erholen mussten oder sich anderweitig auf die SM vorbereiteten – man weiss es nicht so genau, konnte ein kleines Feld von 7 Booten bei wunderschönem spätsommerlichem Wetter 6 Läufe segeln.
Am Samstag waren die Bedingungen beinahe ideal: Konstante 2-3 Bf, gleissendes Sonnenlicht und am Horizont die Schneespitzen von Eiger, Mönch und Jungfrau sowie die Mastspitze von Christen/Christen, die schon am Samstag allen davon gefahren sind. Es fehlte wirklich an nichts – ausser an trockener Munition auf dem Startboot, auf dem nur jeder zweite Schuss losging. Am Abend wurden wir am Ufer des Sees von Antoinette und ihrer Crew mit ihrem legendären Veloketten-Rotations-Grill königlich bewirtet.


Der Sonntag war etwas weniger windig, nach 2 Gläsern Rosé lief man aber gegen Mittag trotzdem aus und konnte noch 2 Läufe bei etwa 2 Bf segeln. Alle Vorschoter, denen bei diesem Wind etwas zu wenig los war, konnten das interessante Vorschoterverhalten der mitfahrenden Star-Boote beobachten: Einmal liegen sie flach auf dem Bauch vorne an der Schiffspitze, dann wieder stehen sie mit gespreizten Armen vor dem Mast und wenig später hängen sie an der Aussenkante des Schiffs – ob sie wohl ihr Trapez suchen?

Und der letzte Lauf brachte sogar eine waschechte Überraschung hervor, indem Verena „Branoli“ Brändli einen Start-Ziel-Sieg hinlegte; ob es etwa am Rosé gelegen ist oder an ihrem Vorschoter Andy Hochuli, der mit Verena am Steuer endlich mal seine ganze Skrupellosigkeit ausleben konnte, sei dahingestellt. Die Dominanz der Steuerfrauen in der Tempestklasse (alle 7 Läufe in Frauenhand) darf jedenfalls als Vorzeichen für die Bundesratswahlen von kommender Woche gewertet werden. Zum Schluss war es wie immer: Eine Regatta dauert zwei Tage und am Ende gewinnen die Christens – mit 6 ersten Plätzen natürlich hochverdient – vor Dolder/Zihlmann und Brändli/Hochuli. Bleibt nur noch der Dank an den Cercle de Voile de Grandson, der wie immer – am Land und auf dem Wasser – mit viel Aufwand und Gastfreundschaft eine super Regatta organisiert hat. Es ist zu hoffen, dass sich nächstes Jahr wieder eine grössere Zahl Boote findet, die den Weg an den Neuenburgersee auf sich nehmen, denn diese Regatta heisst eigentlich mit vollem Namen: „Coupe des Amis de la restauration, du rosé et du soleil“.

Kathrin Nussbaumer (SUI-1160)

Ergebnisliste

01 SUI 1122 Christen Cornelia Christen Ruedi TYC 05
02 SUI 1120 Dolder André Zihlmann Pia YCSe 12
03 SUI 1159 Brändli Verena Hochuli Andreas RVB 16
04 SUI 1157 Saydjari Samir Müri Christoph CVG 17
05 SUI 1145 Gaiser Florian Piazzola Nicola SCE 22
06 SUI 1160 Nussbaumer Bastian Nussbaumer Katrin CVE 24
07 SUI 1101 Senn Beat Jaussi Ueli YCSp 29