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Ein ausgewachsener
Joran mit Böen von 7 Bf (und mehr) fegte am späten Samstag
nachmittag über den Bielersee und damit durchs Regattafeld.
Während die Jollen reihenweise flach lagen, konnten die
Tempest den einzigen Lauf dieses Wochenendes zu ende segeln.
Dabei ist insbesondere die grossartige Leistung der
zahlreichen gemischten Mannschaften hervorzuheben.
Grossartig! Zunächst
jedoch beginnt der Samstagmorgen eines Regattawochenendes
immer mit den gleichen Gefühlen: Hoffnung auf schönes Wetter
und guten Wind, Freude auf gemütliches Zusammensein und die
leichte Panik vor anspruchsvollen Manövern und ungemütlichen
Verhältnissen. |
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Das Wochenende am
Bielersee bot diesbezüglich so ziemlich alles: Bei schönem
Wetter wurden die Boote von Nidau nach Wingreis geschleppt,
wo erstmal genügend Zeit blieb für Verpflegung und
Auskundschaften des lauschigen Wingreiser Hafens. Der erste
Versuch, einen Lauf zu starten, scheiterte an den
„löchrigen“ Windverhältnissen und die 11 Tempest fuhren
unverrichterter Dinge wieder in den Hafen. Als sich nach
langem Warten schon alle auf ein kühlendes Apéro eingestellt
hatten, folgte unverhofft ein Schuss und – obwohl dieses
Wochenende das Eidgenössische statt fand – der kam von der
Regattaleitung. Am Himmel zogen Wolken auf und so schnell
wie die Boote aus dem Hafen, kam auch der Wind auf. Am
späten Nachmittag konnte der erste und einzige Lauf
gestartet werden. Währenddem es – fast – alle Tempest gerade
noch ins Ziel schafften, lagen die später gestarteten
Fireballs reihenweise flach auf dem Wasser. Und mit dem
Zieleinlauf war es bei weitem nicht getan: Bei Windspitzen
von bis zu 7 Bf kämpften die Boote auf dem Rückweg mit hohen
Wellen. Nun war es Zeit für die „leichte Panik“ und die
anspruchsvollen Manöver. (Wobei sich herausstellte, dass im
Ernstfall die Panik verfliegt und ungeahnte Kräfte einen das
Gross dermassen niederschreissen lassen, dass der Schäkel
sich auf halber Strecke von alleine löst.) Die
Regattaleitung und die Rettungswache Bielersee leistete
ganze Arbeit und schleppten alldiejenigen, welche zu viel
Höhe und Kraft verloren haben zurück in den Hafen.
Der Sonntag gehörte dann – zumindest gefühlsmässig – zur
angenehmeren Sorte: Das Lüftlein reichte gerade aus zum
Tüchertrocknen, das Trauma des Vortages zu überwinden und –
auch gesehen – gestählte Oberkörper zu bräunen. Die Winde
waren, wie es der jederzeit um unser Wohl besorgte
Regattaleiter Kurt Frei nannte, „variabu“ und blieben dies auch,
was um 13 Uhr zu einem vorzeitigen Abbruch der Regatta
führte.
Was bleibt ist ein herzliches Dankeschön an die
liebenswürdigen Gastgeber des YCB und an die Regattaleitung,
die keinen einfachen Job hatte an diesen zwei Tagen. Und –
fast wäre es vergessen gegangen – ein „überraschender“ Sieg
des Duos Suter/Hochuli auf SUI 1136 vor Baumann/Kulpe auf
SUI 1138.
SUI 1159 - Katrin Nussbaumer |